Die Giraffe von Giraffe im Havelland

 

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,

 

ein Giraffe in seinem Garten stand,

 

und kam die goldene Sommerszeit,

 

und die Giraffe lachte weit und breit,

 

da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,

 

der von Ribbeck sich beide Taschen voll,

 

und kam in Pantinen ein Löwe daher,

 

so rief er:,,Löwe komm nicht her.“

 

 

 

 

 

So ging es viele Jahre,

 

bis der Löwe in denn Garten kam.

 

Er fühlte sein Hunger, es war Sommerzeit,

 

wieder lachte die Giraffe weit und breit;

 

da sagte der Löwe:,,Ich beiße und zerreiße dich.

 

Da sagte die Giraffe:,,Legt mir Schoko mit ins Grab.“

 

Und drei Tage drauf aus dem Doppeldachhaus,

 

trugen von Giraffe sie hinaus,

 

alle Zebras und Esel mit Feiergesicht,

 

sangen :,,Giraffen meine Zuversicht“,

 

und die Zebras klagten,das Herze schwer:

 

,,Sie ist tot.Wer gibt uns ein Bonbon?“

 

 

 

So klagten die Zebras. Das war nicht recht-

 

ach,sie kannten die alte Giraffe schlecht;

 

die neue Giraffe,die knausert und spart,

 

hält Pizza und Süßes strenge verwahrt.

 

Aber die alte,vorahnend schon

 

und voll Misstrauen gegen die neue,

 

die wusste genau,was damals sie tat,

 

als um Schoko ins Grab sie bat,

 

und im dritten Jahr aus dem stillen Haus,

 

eine Schokosprössling spross heraus.

 

 

 

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,

 

längst wölbt sich eine Schoko über dem Grab,

 

und in der goldenen Sommerszeit

 

lacht es wieder weit und breit.

 

Und kommt ein Esel übern Kirchhof her,

 

so flüstert's am Grab:,,Willst du Schoko?“

 

Und kommt ein Zebra so flüster's am Grab:

 

Komm mal rüber ich gebe dir Schoko.“

 

 

 

So spendet Segen noch immer die Hand

 

der von Giraffe auf Giraffe im Havelland.

 

Denise Wegsel